- Rédactrice en chef adjointe

Neue Energie für den deutsch-französischen Motor


jeudi 15 dcembre 2016
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Wirtschaft, Start-ups und Innovation 4.0. Um diese Themen ging es am 8. und 9. Dezember auf den vom Club ParisBerlin und der Stadt Reims organisierten Deutsch-Französischen Roundtables. Eine Analyse der neuen Herausforderungen für Deutschland und Frankreich, in einer für Europa schwierigen Zeit.


Das deutsch-französische Netzwerk, das sind 2 200 Städtepartnerschaften, 20 gemeinsame Wirtschaftsclubs und 175 deutsch-französische Studiengänge. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich stehen für eine starke historische Bindung in vielen Bereichen von Wirtschaft, über Bildung, zu Politik. Jedoch fehlt es dieser Bindung heute an einer langfristigen Politik. Insbesondere in einem von der Krise gebeutelten Europa braucht der deutsch-französische Motor neuen Antrieb. 

Um über diese Herausforderungen zu diskutierten, Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze zu definieren, organisiert der Club ParisBerlin seit 2015 die Deutsch-Französischen Roundtables. Nach einer ersten Ausgabe in Hamburg im vergangenen Jahr, fand die Veranstaltung dieses Jahr in Reims, Stadt des Champagners und symbolträchtiger Ort der deutsch-französischen Freundschaft, statt. Hier wurde 1945 die Kapitulationserklärung der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. 1962 kamen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle in der noch vom Krieg gezeichneten Kathedrale der Stadt für die Versöhnungsmesse zusammen. 50 Jahre später eröffneten Angela Merkel und François Hollande in Reims die Feierlichkeiten zum deutsch-französischen Jahr.
 

"Europa muss eine Lösung sein und kein Problem"


Rund 40 der wichtigsten deutsch-französischen Akteure aus Wirtschaft, Politik, Bildung und der Zivilgesellschaft kamen dieses Jahr zu den Deutsch-Französischen Roundtables zusammen. Im Zentrum der Veranstaltung standen drei Diskussionsrunden zu den Themen Wirtschaft, Innovation und Jugend im digitalen Zeitalter, die von Lise Jolly, Chefredakteurin von ParisBerlin und Journalistin bei France Info und Pascal Thibaut, Deutschland-Korrespondent von Radio France Internationale, moderiert wurden.

Wie Philippe Gustin, Präfekt und Autor des Buchs France-Allemagne : Relancer le moteur de l'Europe betone, brauche es um Europa zu retten unter anderem eine steuerliche und soziale Konvergenz, sowie Reformen in Frankreich sowie der Europäischen Union. "Europa muss eine Lösung sein und kein Problem". Mehr Dynamik und eine Ausrichtung des europäischen Motors an die heutige Zeit, forderte Gonzague Dejouany, CEO von Nesting und Präsident des Deutsch-Französischen Wirtschaftskreises. Er betonte insbesondere die Notwendigkeit, Finanzierungsmöglichkeiten für innovative Unternehmen zu schaffen.
In diesem Zusammenhang wurde auch der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union diskutiert, der die EU einerseits zum ersten Mal vor die Frage der Legitimation stellt, neben den Herausforderungen aber auch Chancen mit sich bringt, wie der deutsche Botschafter Nikolaus Meyer-Landrut hervorhob. 

Insbesondere im Hinblick auf die 2017 in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden stattfindenden Wahlen, rief HamburgAmbassador Wolfgang Michalski dazu auf, gemeinsam gegen den Populismus anzugehen. Markus Ingenlath, Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks, nannte den Austausch zwischen den Gesellschaftsschichten und eine gemischtere Bevölkerungsstruktur als Ansatzpunkte, um die Gesellschaften vor dem Rechtspopulismus zu schützen. 

Start-ups, Innovationen und co. 


Im Bereich der Start-ups trägt eine internationale Ausrichtung bereits zu mehr Offenheit gegenüber anderen Kulturen bei, wie Raphaël Daniel von Flixbus berichtete. Mit seinem Sitz in München konnte das Unternehmen, das sich in nur wenigen Jahren vom Start-up zum Leader auf dem Fernbusmarkt entwickelt hat, schon viele französische Mitarbeiter für Deutschland begeistern.
 
Im Bereich der Mobilität wurde außerdem das neue Erasmus+ Programm diskutiert, durch das nun auch Lehrlinge eine Zeit im Ausland verbringen können. Eine Initiative, die auch dazu beitragen kann, dem Mangel an Ausbildungskräften in bestimmten Regionen entgegenzuwirken, jedoch bisher noch wenigen jungen Menschen vorbehalten ist und weiter ausgeweitet werden müsste. 

Ein anderes Thema, das in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird, ist die Digitalisierung. Fast 50 Prozent der Berufe werden sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren durch die Digitalisierung verändern, erklärte Catherine Saracco, Gründerin der Plattform kickstartstudentcareer.com. Daher müsse schon in der Schule angesetzt werden, um Schüler auf die digitalen Berufe der Zukunft vorzubereiten und Eltern, die dem Digitalen oftmals noch skeptisch gegenüber stehen, über die neuen Berufsfelder, die sich mit der Digitalisierung öffnen, zu informieren.

Keine ganz neue Festplatte, aber neue Energie, das braucht der deutsch-französische Motor in dieser für Europa schwierigen Zeit. Hier sollte vor allem im Bereich der neuen Technologien und erneuerbaren Energien angesetzt werden, sowie ein Schwerpunkt auf das Erlernen der Sprache des Nachbarlandes gelegt werden. Der Brexit, so groß der Schock anfänglich war, könnte der Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich, beispielsweise im Bereich des universitären Austausches, am Ende sogar zugutekommen. Mehr Ergebnisse der Deutsch-Französischen Roundtables in Reims werden im kommenden Jahr in einem Weißbuch veröffentlicht.
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