Sieger im Kampf um Freiheit und Humanität


vendredi 07 juillet 2017
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Am 04. Juli wurde in der UNESCO in Paris der Deutsch-Französische Journalistenpreis verliehen. Sieger des diesjährigen Wettbewerbs ist die zivile europäische Hilfsorganisation SOS Méditerrannée, die seit 2015 Menschen im Mittelmeer aus der akuten Seenot rettet.


Die Sieger des Medienpreises SOS Méditerranée mit Delphine Ernotte Cunci (links außen) und Thomas Kleist (rechts außen)
© Jean-Marc Lailheugue


"SOS Méditerranée sorgt maßgeblich mit dafür, dass unsere gesellschaftliche Werteordnung, die Ideen der Aufklärung und des Humanismus in einer freien Welt im wahrsten Sinne des Wortes überleben können. Jeder Gerettete ist ein Bekenntnis zu diesen Werten." So begründete Thomas Kleist, Präsident des Deutsch-Französischen Journalistenpreises und Intendant des Saarländischen Rundfunks, die Vergabe des Medienpreises an die europäische Nichtregierungsorganisation. Diese konnte seit 2015 die Rettung von weit über 10.000 Menschen im Mittelmeer sicherstellen. Der tägliche Einsatz der Helfer auf der "Aquarius" sei Ausdruck der Wahrung europäischer Grundwerte. Kleist wies zudem die häufig fälschlicherweise gestellte Kritik zurück, mehr Seenotrettungsschiffe würden einen stärkeren Flüchtlingsstrom auslösen.

Auch der deutsche Botschafter Nikolas Meyer-Landrut betonte in seiner Rede die Bedeutsamkeit eines solchen zivilen Engagements für ganz Europa, das heute im Hinblick auf die Flüchtlinge "einer der größten und schwierigsten Herausforderungen" auf politischer Ebene entgegen stehe.

Journalismus als Mittel der Völkerverständigung

Im Zeichen der europäisch-humanistischen Grund- und Freiheitswerte, für die SOS Méditerranée jeden Tag aufs Neue kämpft, stand auch die Wahl des Ortes der Verleihung: das Pariser UNESCO-Gebäude. Daniel Janicot, Schirmherr der Veranstaltung und Präsident der Französischen UNESCO-Kommission, hob aus diesem Grund noch einmal besonders das gemeinsame Ziel der UNESCO und des Deutsch-Französischen Journalistenpreis hervor,  für das Recht auf Meinung und Information zu kämpfen und so den "Frieden im Geiste der Menschen verankern" zu wollen.

Doch nicht nur Europa stand im Fokus des Abends, auch die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehungen für ein starkes Europa wurde immer wieder betont. Denn die Vergabe des Preises, der im Jahr 1983, somit genau 20 Jahre nach Unterzeichnung des Elysée-Vertrages vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufen wurde, kürt Beispiele von Qualitätsjournalismus, die zu einem besseren Verständnis zwischen Deutschland und Frankreich beitragen.

Herausforderung eines gebeutelten Europas


Fünf Kategorien standen der Jury zur Auswahl, am Ende wurden insgesamt sieben Journalisten mit einem Preis ausgezeichnet.

Die diesjährigen Preisträger mit den Moderatoren Anne-Christine Heckmann und Nelson Monfort  
© Jean-Marc Lailheugue


In der Kategorie "Textbeitrag" gewann die Le Monde Journalistin Marion Van Renterghem, die mit ihrer Serie "Angela Merkel d'Est en Ouest" ein Portrait der mächtigsten Frau Europas liefert, das die vielen Facetten der Politikerin auf gekonnte Art und Weise illustriert.

Weiterhin wurde der Dokumentarfilm Stille Retter – Sauvé par des justes von Christian Frey und Susanne Wittek in der Kategorie "Video" ausgezeichnet. Die gemeinsame Produktion von ARTE und dem NDR erzählt die Geschichte derjenigen Retter und Helfer, die während der Okkupation Frankreichs im Zweiten Weltkrieg das Leben Tausender Juden und Verfolgter schützten und retteten.

In der Kategorie "Multimedia" gewann die junge SWR-Autorin Vera Rudolph mit TAXI Europa, einer Sendereihe, für die das Journalisten-Team mit dem Taxi durch fünf verschiedene Städte Europas gefahren ist und dabei den unterschiedlichsten Taxigästen auf den Zahn gefühlt hat. Die Gespräche drehen sich dabei immer um ein ganz bestimmtes Thema: Was halten die Menschen von Europa und wie stellen sie sich die Zukunft Europas vor?

Dass tagespolitische Berichterstattung auch anders geht, zeigten die Nachwuchstalente Sophie Serbini und Côme Tessier mit ihrem Beitrag "C'est Jérôme", erschienen im Fußball-Magazin So Foot. Ihr Portrait des deutschen Fußballspielers Jérôme Boateng ist keinesfalls eine schlichte Biographie, sondern zeigt anhand der Diskussionen und Polemiken rund um den deutschen Spieler mit halb-ghanaischer Herkunft die aktuellen Herausforderungen der deutschen Gesellschaft.

Zuletzt wurde der Beitrag "SOS im Mittelmeer" von Sabine Wachs für den Saarländischen Rundfunk mit dem Preis in der Kategorie "Audio" ausgezeichnet. Für die Recherchen dieses Projekts hat die Journalistin Anfang 2016 eine Woche lang auf dem Schiff der "MS Aquarius" verbracht und die Rettung der Flüchtlinge vor Ort mitverfolgt.


Sowohl Thomas Kleist, als auch die Präsidentin von France Télévisions, Delphine Ernotte Cunci, betonten die außerordentliche Wichtigkeit des Deutsch-Französischen Journalistenpreises in der heutigen Zeit. Denn den populistischen Anschuldigungen der "Fake News" und "Systemmedien" könne nur qualitativer Journalismus entgegen halten. Der DFJP leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, denn durch ihn werden Journalisten in ihrer Arbeit ermutigt und unterstützt, während gleichzeitig ein Zeichen gesetzt wird; gegen Intoleranz und jegliche Missachtung von Freiheits- und Menschenrechten.
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